16 June 2016

Zwei blaue Federn

Hallo, ihr Lieben, die so geduldig gewartet habt, dass ich wieder etwas schreibe. Ich sah einen Traum, in dem ich zwei Häherfeder fand, große, blaue, gestreifte. Sie waren nicht irgendwelche, sie waren die eines Blauhähers, die die von allen kreativen Menschen gejagt werden. Ich fand sie an einem Pfad, in einem Wald, wo auf der Erde getrocknete, braune Blätter lagen.

Die vielen Farbe der Seele betrachten
Ich erinnere mich an eine Vorlesung, Jahre her, an der Uni Jyväskylä, wo Dr. Ammondt über seinen Traum erzählte. Er hatte nämlich von einem Mandarinhund geträumt und wollte herausfinden, was dieser Traum bedeuten könnte. Ich habe es vergessen. Er sprach zwei Studen darüber, und in der Prüfung fragte er nach Traumanalyse nach Freud. Ich wusste nichts.

Freud oder nicht, ich habe angefangen, mich mit Traumanalyse zu beschäftigen, und dieser Traum von mir wirkt mir besonders wichtig. Einerseits Feder, andererseits die blaue Farbe. Laut Klausbernd Vollmar, der sich nicht nur mit Freud beschäftigt hat, weist Feder auf Reisen, Leichtigkeit und Bewegung hin. Sich sanft fallen lassen, wie ein Blatt. Ich frage mich, wohin die Reise geht und worauf ich fallen werde oder sollte. Aufs Neuland, auf den weißen Fleck auf der Karte meiner Seele?

Reise, Freiheit, Luft...
Mit der blauen Farbe habe ich mich schon mal beschäftigt, einige Zeilen in Vollmars Buch sind unterstrichen. Treue, tiefe Gefühle, Wunsch nach Enspannung. Daran arbeite ich gerade, auf mehreren Ebenen. Blau ist die Symbolfarbe der Seele - kein Wunder also, dass in der Bibliothek solche Bücher wie Jungs Psychologische Typen in meine Hände fielen. Nur das Lesen ist für unsereins etwas schwierig, mit einem Fremdwörterbuch muss ich mich durch Jungs Begriffdschungel kämpfen. Eigentlich scheint es mir wichtiger, mich mit mir selbst zu beschäftigen als fertige Interprätationen zu lesen. Entspannung scheint gerade jetzt wichtig, einfach wieder lernen, loszulassen - und siehe, hier sitze ich schon beim Schreiben, nach vielen Wochen Pause.

Vollmars Zitate machen es mir leichter, Jungs Ansichten zu verstehen. Die blaue Farbe (blaue Berge) drückt aus, dass die Hochzeit zwischen Himmel und Erde stattfindet. In der Alchemie, so Vollmar, ist blau die Farbe des Mondes, Stellvertreter des Silbers. Vielleicht werde ich der Silberstraße entlang reisen, wohin, ist mir eigentlich egal. Meistens findet man etwas, wenn man gar nicht sucht, oder man sucht eben, aber findet etwas völlig anderes. Vielleicht die verlorene Inspiration?

Ich neige dazu die blaue Feder, ganz im Sinne des Dichters Günther Eich, zu deuten, also geht es um die Inspiration, die zurückkommen möchte. Aber zwingen lässt sie sich nicht. Ich bin keine 8 - 16 Uhr-Schreiberin. Ich bin abends in der Nacht mit oder ohne Mond im Kerzenlicht am Computertisch Schreiberin, und gerade jetzt fühlt es sich gut an. Versprechend. Dass es zwei Federn waren, könnte heißen, dass jeder Mensch unterschiedlich Seiten hat, zwei Gegenpoole. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust", so Faust. In meiner auch, mindestens zwei. Vielleicht sollte ich diese Seiten genauer betrachten. Zum Schluss fällt mir noch ein, dass mein Blog Die blaue Feder heißt...

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