1 November 2016

Rain

Music from a Finnish componist, played by a great Finnish pianist. Click the link, close your eyes... it's raining, isn't it.


liekki_RU

19 October 2016

Eyes

Have a look at the gorgeous pictures I found on the pinterest today night: Eyes - Ice!

9 October 2016

Between Hobby And Job

I just read a little bit in the blog of Melissa Donovan, who writes about creative writing. Her post "When Creative Writing Stops Being Fun" caught me - I'm exactly on that point, between job and hobby. The first version of my Finnish poetry collection is ready, and I have no idea if I'm going to find a publisher. It's difficult to start writing something else now.

Melissa writes about flow and inspiration, saying, they are not enough to help you become a professional author. How well I know it - nobody pays for your flow. You have to write a lot and do it well, and that's the point where the fun stops. I haven't earned much with my poems, they are not a part of capitalism. That's why I keep writing e-commercials, too. It's a job somewhere between earning money and letting out your creativity. Like every writing, while getting serious, it's ten per cent talent and ninety per cent hard work.

Jo

PS. I hope my dear readers are not getting too confused, if I change the language every now and then - it's just my nature. I stopped up-dating Jo's Poetry Corner, by having too many blogs. So, you can find me here, sometimes in English, sometimes in German. My Finnish followers please look at the blog Runometsä.

9 September 2016

Herbst-Haiku

Herbst,
der Regen wischt
mein Gesicht frei von Sorgen:
der Flug, ein Anfang.


(C) Riikka Johanna Uhlig 2016

19 June 2016

Nordic Noir Regal

Ich bekam gestern ein neues Stück Bücherregal, oberhalb der Wohnzimmertür ist jetzt ein eigener Platz für Krimis. Es scheint, wir haben eine Sammlung an finnische und schwedische Detektivbücher "dekkari, deckare", nicht alle passten darauf. Lehtolainen, Läckberg, Mankel und Jansson insgesamt in 4 Sprachen. Es lohnt sich, allerlei Literatur zu lesen, auch von Lyrik braucht man ab und zu eine Pause.


16 June 2016

Zwei blaue Federn

Hallo, ihr Lieben, die so geduldig gewartet habt, dass ich wieder etwas schreibe. Ich sah einen Traum, in dem ich zwei Häherfeder fand, große, blaue, gestreifte. Sie waren nicht irgendwelche, sie waren die eines Blauhähers, die die von allen kreativen Menschen gejagt werden. Ich fand sie an einem Pfad, in einem Wald, wo auf der Erde getrocknete, braune Blätter lagen.

Die vielen Farbe der Seele betrachten
Ich erinnere mich an eine Vorlesung, Jahre her, an der Uni Jyväskylä, wo Dr. Ammondt über seinen Traum erzählte. Er hatte nämlich von einem Mandarinhund geträumt und wollte herausfinden, was dieser Traum bedeuten könnte. Ich habe es vergessen. Er sprach zwei Studen darüber, und in der Prüfung fragte er nach Traumanalyse nach Freud. Ich wusste nichts.

Freud oder nicht, ich habe angefangen, mich mit Traumanalyse zu beschäftigen, und dieser Traum von mir wirkt mir besonders wichtig. Einerseits Feder, andererseits die blaue Farbe. Laut Klausbernd Vollmar, der sich nicht nur mit Freud beschäftigt hat, weist Feder auf Reisen, Leichtigkeit und Bewegung hin. Sich sanft fallen lassen, wie ein Blatt. Ich frage mich, wohin die Reise geht und worauf ich fallen werde oder sollte. Aufs Neuland, auf den weißen Fleck auf der Karte meiner Seele?

Reise, Freiheit, Luft...
Mit der blauen Farbe habe ich mich schon mal beschäftigt, einige Zeilen in Vollmars Buch sind unterstrichen. Treue, tiefe Gefühle, Wunsch nach Enspannung. Daran arbeite ich gerade, auf mehreren Ebenen. Blau ist die Symbolfarbe der Seele - kein Wunder also, dass in der Bibliothek solche Bücher wie Jungs Psychologische Typen in meine Hände fielen. Nur das Lesen ist für unsereins etwas schwierig, mit einem Fremdwörterbuch muss ich mich durch Jungs Begriffdschungel kämpfen. Eigentlich scheint es mir wichtiger, mich mit mir selbst zu beschäftigen als fertige Interprätationen zu lesen. Entspannung scheint gerade jetzt wichtig, einfach wieder lernen, loszulassen - und siehe, hier sitze ich schon beim Schreiben, nach vielen Wochen Pause.

Vollmars Zitate machen es mir leichter, Jungs Ansichten zu verstehen. Die blaue Farbe (blaue Berge) drückt aus, dass die Hochzeit zwischen Himmel und Erde stattfindet. In der Alchemie, so Vollmar, ist blau die Farbe des Mondes, Stellvertreter des Silbers. Vielleicht werde ich der Silberstraße entlang reisen, wohin, ist mir eigentlich egal. Meistens findet man etwas, wenn man gar nicht sucht, oder man sucht eben, aber findet etwas völlig anderes. Vielleicht die verlorene Inspiration?

Ich neige dazu die blaue Feder, ganz im Sinne des Dichters Günther Eich, zu deuten, also geht es um die Inspiration, die zurückkommen möchte. Aber zwingen lässt sie sich nicht. Ich bin keine 8 - 16 Uhr-Schreiberin. Ich bin abends in der Nacht mit oder ohne Mond im Kerzenlicht am Computertisch Schreiberin, und gerade jetzt fühlt es sich gut an. Versprechend. Dass es zwei Federn waren, könnte heißen, dass jeder Mensch unterschiedlich Seiten hat, zwei Gegenpoole. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust", so Faust. In meiner auch, mindestens zwei. Vielleicht sollte ich diese Seiten genauer betrachten. Zum Schluss fällt mir noch ein, dass mein Blog Die blaue Feder heißt...

4 April 2016

Skizzen


Skizzen skizzen skizzen
Wer hätte mehr als Skizzen?
Etwas Krickelkrackel
auf dem Fensterblatt
     (der Kaktus starb, 
       goß mit Tränen)
dies ist meine Seele
morgen
oder noch heute?

(C) RU 2016

25 March 2016

Ostergruss

Ostergruesse ohne "eszet" sende ich Euch aus Mittel-Finnland, wo ich gerade die Schreib-Akkus auflade. Sauna, karelische Piroggen und Tauschnee.


17 March 2016

Aschenkuss im Nu



Die nackten Schären, ein Aschenkuss,
die alte Esche, graumelierte Yggdrasil
schält sich
wie du
aus deinen Leinen

Wir malen einander, an der Luft
befestigt sich
ein schmerzhaftes Kräuseln,
verschmutzt erlaubte Berührungen
auf den Felsen unserer Haut

Ein Korridor, des Schreies voll,
er kommt, eine Liebe im Festanzug
tritt vor dich
ein heftiger Kuss, grob
die Begegnung zweier Gleichen,

die Meeresströmung
aus dem Innersten ins Innerste
das salzige Wasser
spült tröstend ab
das ganze 
Schwarze.


© Riikka Johanna Uhlig 2016

6 March 2016

Ach, Werther

Werther ist tot. Ich dachte, wenn ich ihn nach all den Jahren in einem Hörbuch treffe, in Originalsprache, könnte er es diesmal schaffen. Oder ich hatte Hoffnung, dass der Finnischübersetzer sich schlimm geirrt hätte und Albert käme doch in Gedanken, Werther die Pistole abzunehmen. Oder ich dachte wenigstens, dass die Geschichte jetzt gar nicht so tragisch wirken würde wie damals, als ich 22 war und an große Liebe glaubte, als Werthers Gedanken mich dermaßen mitrissen, dass ich - obwohl ich hörte dass etwas tropfte - meinen Kopf nicht drehte, um zu schauen, woher das Geräusch kam, was lediglich den neulackierten Tisch gerettet hätte, es war nämlich eine große Stumpenkerze, die da tropfte und den Lack beschädigte.

Diesmal war ich besser vorbereitet: mit einer Tafelkerze, einem angemessenen Kerzenhalter und einem Wachstuch auf dem Tisch. Mit Literatur- und Germanistikstudium, Heirat und Familie, 39 Lebensjahren. Erfahrung also, mit Konflikten und fiesen Gedanken umzugehen. Aber nichts half. Werther ist und bleibt tot. Er hat sich erschossen. Ungefähr jeder wusste, dass er das vor hatte, aber niemand versuchte ihn daran zu verhindern. Leider ist das sogar realistisch, auch heute. Ganz ohne Tränen kann ich an ihn immer noch nicht denken.

Die Neubegegnung mit Werther bringt mich in Gedanken, bei der Bücherwahl zukünftig auf besondere Schätze zu konzentrieren statt alles Mögliche zu lesen. Warum lese ich eigentlich neuere, etwas leichtsinnig geschriebene und nicht immer gut übersetze Liebesromane oder gar Krimis, wenn ich statt dessen jeden Frühling Werther lesen (oder zuhören) könnte? Und übrigens jeden Herbst Hamlet. Im Sommer brauche ich kein Buch, es ist hierzulande oft so heiß, dass ich dahin schmelze, das Buch würde nur Schweißflecke bekommen. Und im Winter schreibe ich selbst. Wozu brauche ich also Leselisten? Auch Buchladen- und Bibliotheksbesuche könten reduziert werden, da spare ich auf jeden Fall die Straßenbahntickets.

Obwohl, der Athmosphäre wegen, ist unsere moderne Backsteinbibliothek in Alt-Köpenick eigentlich ganz schön. Es ist fast wie wäre ich in Finnland in der Bibliothek meiner Kindheit, nur, Alvar Aalto hatte etwas größere Fenster einbauen lassen, und die meisten Bücher waren auf Finnisch. Ich kann natürlich auch in der Bibliothek sitzen und Werther (oder Hamlet) lesen. Aber neue Bücher zu kaufen, dass sei nun wirklich nicht mehr nötig.

Lieber Werther, ich bin älter geworden, glaube aber immer noch an die tragische, dramatische, große, ewige Liebe. Und, Werther, du bist einer meiner längsten und größten Lieben. Bleib so.

15 February 2016

Wie die blaue Feder zu ihrem Namen kam



Hier der Nenner und der Name dieses Blogs, 
die blaue Feder, 
meer oder weniger gleichzeitig 
auf Deutsch und auf Finnisch verfasst.

Sehnsucht am Kaffeetisch

Schaumkronen überfluten den Tisch,
schlagen Straße ins Eichenfurnier,
ich erinnere mich

an Günther Eich, seinen Häher,
die blaue Feder löst sich
von Klischees, für ihn, für mich

gibt es weißbraune Wellen,
sind sie Schokolade
wie einmal die matte Haut
des Kunstlehrers, oder nur
Macht anflehende Abwässer
der Newa?

Die Löffel klirren wie Segeltau,
auf offener Spitze des Heimwehs.

Es bleibt nur Meer,
fern und trüb.
Meer,
fern und trüb.


(C) Riikka Johanna Uhlig 2016 


13 February 2016

Bewegte Bilder 1





Der Amselschatten ist zu grell,

die Glocken schreien, und du weißt nicht welche

Kleider und Bäume schmelzen

in die Landschaft aus Leinen geschnitten



Worte sind zu viel

und die Bank ist nicht schwerer

als die Luft



Ich dachte ich würde dich

rosa malen

aber du wolltest keine Farbe




die Amsel pickt an einem Wurm,

die Sonne versteckt sich

in den Wolken,

die Kleider, die Bäume

die Glocken und du



atmest neben mir, vibrierst

Farbe und Wärme. Wenn die Sonne

durch den Tagesvorhang schaut,

wirst du wieder sichtbar.


(C) Riikka Johanna Uhlig 2016, aus dem finnischen Original von der Autorin übersetzt

Gedichte von Riikka Johanna Uhlig

Hallo ihr Lieben,
ich werde ab jetzt hier meine eigenen Gedichte schreiben.
Sie erscheinen hier, sobald sie fertig sind. Meistens schreibe ich in meiner Muttersprache Finnisch, doch manchmal probiere ich es auch in Fremdsprachen, oder übersetze ein paar meiner Gedichte. Hier also Einiges auf Deutsch.


Eure Riikka